Ergebnisse der Synode Herbst 2017

Alle Aufmerksamkeit für den Gottesdienst!

Die Synode des Synodalverbandes bemühte sich auf ihrer Tagung in Bayreuth um Impulse für die Gemeinden. Eingeladen war hierzu auch die Leiterin des Predigtzentrums Wittenberg, Katrin Oxen.

 Die diesjährige Synodaltagung von 12. bis 14. Oktober beschäftigte sich mit der Auswertung des Impulspapiers, das vor zwei Jahren auf den Weg durch die Gemeinden der reformierten Landeskirche geschickt worden war. Vizepräsident Helge Johr und der persönliche Referent des Kirchenpräsidenten Hartmut Smoor brachten die frisch gedruckten Ausgaben des Zwischenberichts mit, in dem die Antworten der Gemeinden auf die Leitfragen zusammengefasst sind.

 
Welche Konsequenzen für die Kirchen und speziell für die reformierte Kirche anstehen, darüber referierte die reformierte Theologin und mehrfach ausgezeichnete Predigerin Katrin Oxen. Aus ihrer Zeit als Pfarrerin in der ostdeutschen Kleinstadt Bützow und ihrer momentanen Tätigkeit am Predigtzentrum in Wittenberg habe sie einen etwas anderen Blick auf die Entwicklungen, führte sie sich selbst ein. In Gegenden, in denen die Kirche längst eine verschwindende Minderheit sei, werde in besonderer Weise deutlich, auf was es ankomme. Das seien nicht Freizeit- und Betreuungs-angebote, mit der die Kirche in Konkurrenz zu anderen Organisationen gehe. Vielmehr sei der Gottesdienst und in ihm die Predigt das Alleinstellungsmerkmal, das die Gemeinden am Leben halte. Oxen plädierte aus dieser Erfahrung dafür, auch im Westen vorausschauend das Hauptaugenmerk auf den Gottesdienst zu legen. 
 
In Arbeitsgruppen gingen die Synodalen auf weitere Themen des Vortrags näher ein, nämlich die Bedeutung des Ehrenamts, die Gewichtung der Jugendarbeit und die ganz grundsätzlichen Herausforderungen durch den Bedeutungsschwund der Kirche.
 
Bericht des Präses
In seinem Bericht ging Präses Pfarrer Simon Froben auch ganz grundsätzlich auf die Situation der Gemeinden und die in der Gesellschaft brisanten Fragen ein und plädierte dafür, „als ecclesia reformanda tatsächlich auch zu leben. Immer bereit zum Aufbruch inmitten der Umbrüche. Voller Vertrauen auf Gott, der uns in Christus den Weg gewiesen hat und immer wieder aufs Neue weist.“ 
 
Weitere Themen der Synodaltagung waren pflichtgemäß die Finanzen, die das letzte Mal von Peter Sommerfeld präsentiert wurden. Dank der guten wirtschaftlichen Lage sind auch die Einnahmen durch die Kirchensteuer stabil. Der Rechner warnt dennoch vor zu viel Optimismus. Konjunkturelle Schwächen wirken sich sehr unmittelbar auf die finanziellen Spielräume aus.
Die Synode dankte dem langjährigen Rechner Peter Sommerfeld für seine solide und weitsichtige Rechnungsführung mit einem tosenden Applaus.
 
Kirchenwahlen und ihre Folgen
Die nächste Synode wird am 9. Juni in Nürnberg die erste nach den Kirchenwahlen im März sein und demnach in neuer Besetzung zusammentreten. 
Im Herbst soll dann das Thema „Digitalisierung“ dran sein und die damit einhergehenden zunehmend tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft.


Georg Rieger