Gründung von matteo - Kirche und Asyl

Verein zur Beratung und Begleitung in Asylfragen - 150 Fälle von Kirchenasyl

Am 5. Oktober fand in den Räumen von St. Martha in Nürnberg die Gründungsversammlung des Vereins „matteo – Kirche und Asyl e.V.“ statt. - Ein wichtiger Dienst für die Flüchtlingsarbeit in den Gemeinden.

Etwa 50 Einzelpersonen, Gemeinden und Einrichtungen gehören zu den Gründungsmitgliedern von "matteo" - unter anderem die reformierte Gemeinde in Bayreuth. Der Verein will Träger und Gruppen vernetzen und sich für die Interessen der Flüchtlinge einsetzen. Stephan Reichel, der künftige hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins, war bereits Beauftragter für Kirchenasyl-Koordination bei der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
 
Der Verein ist ökumenisch aufgestellt: Neben lutherischen Pfarrer/innen und katholischen Ordensleuten, sind Institutionen wie die Diakonie, die Herrnhuter Brüdergemeine und viele andere durch Einzelpersonen vertreten. Als Organisation ist bisher die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Erneuerung (AEE) Mitglied bei matteo.
 
Reichel sprach in einer Pressekonferenz von rund 150 Kirchenasylen in den letzten zwei Jahren in Bayern. Es gebe aber auch Fälle, die nicht bekannt würden und somit nicht gezählt seien. Obwohl der Verein überparteilich ist, nimmt er gegenüber der Asylpolitik der Bayerischen Staatsregierung eine kritische Position ein. Sowohl die Unterbringungs- und Abschiebepraxis, als auch die Strafverfolgung von Gemeindevertreter/innen seien in Deutschland beispiellos. Dass sich eine Partei, die sich christlich nenne, Flüchtlinge vor ihrer Abschiebung in Lager sperre und deren Isolation betreibe, sei ein Skandal.
 
Entstanden ist die Idee zu dem Verein aus den vielen Fällen von Kirchenasylen und der Notwendigkeit, die agierenden Kirchengemeinden miteinander zu vernetzen. Der gewählte Vorstand, dem auch Präses Pfarrer Simon Froben angehört, wird die Besetzung von zwei Stellen vorantreiben. Vorläufig ist der Sitz des Vereins die Adresse der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern.

 


Georg Rieger