St. Martha´s neuer Lehm-Grund

Ein besonderer Boden wurde bei der Restaurierung der Nürnberger Marthakirche gewählt. Warum der uralte Baustoff „Lehm“ neu in St. Martha aufgelegt wird. - hierzu einige Infos:

Martin Rauch, der Geschäftsführer der Firma Lehm Ton Erde aus Vorarlberg, wird auch der „Papst des Lehmbodens“ genannt. Auf Einladung des Bauteams kam er im Dezember nach Nürnberg und stellte im „Baucafe“ die Vorzüge des Lehmbodens vor. 
Er führte aus, dass Lehm der weltweit am weitesten verbreitete Baustoff sei, der in prosperierenden Kulturen durch modernere, oft nur scheinbar bessere, verdrängt wurde. Lehm galt als Material der armen Leute. Dabei hat es ideale bauphysikalische Eigenschaften und fördert gutes Raumklima. Das Material ist zudem ökologisch höchst nachhaltig auch bei einem möglichen Abbau und kann wiederverwendet werden. Lehm ist zwar im Prinzip empfindlich gegen Feuchtigkeit und Kratzer. Durch den Auftrag von Hartwachs und regelmäßige Pflege wird dies aber ausgeglichen. Im Fall von gravierenden Schäden ist zudem eine Reparatur leicht möglich: Aufweichen, neu verdichten, Schleifen, Polieren, Wachsen. Fertig. Der Lehmboden sieht von Anfang an „antik“ aus, was zum Charakter alter Kirchen gut passt. Der Lehmboden ist ein guter Wärmespeicher, ideal verbindbar mit einer Fussbodenheizung. Fugenlos, feuerfest, widerstandsfähig und pflegeleicht ließ sich das Material zudem ideal auf den nicht druckfesten Originalboden der Marthakirche aufbringen. Trotz all diesen vielversprechenden Eigenschaften wurde es nicht versäumt, den bereits länger genutzten Kirchenlehmboden in Berlin in der Gedächtniskapelle zu begutachten und ausführlich zu begehen. Der Test hat überzeugt. Mit dem inzwischen in St. Martha aufgebrachten Boden liegt nun im wahrsten Sinne ein beeindruckendes Ergebnis vor.

Georg Rieger