ACK: von A rmenisch-apostolisch bis V ereinigung der Bayerischen Mennonitengemeinden

Delegiertenkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Bayern vom 2.-3.2. in Augsburg.

Jedes Jahr kommen für zwei Tage die rund hundert Delegierten aus den 19 Mitgliedskirchen, zwei Gastmitgliedern und vier mitwirkenden ökumenischen Organisationen zusammen.

Zu den Delegierten versammeln sich noch Gäste aus den lokalen ACKs, die "jungen Freunde der Ökumene", Vertreter aus der Nachbar-ACK Baden Württemberg, der ACK Deutschland - und natürlich spannende Referentinnen und Referenten.

In diesem Jahr stand die Konferenz, die im augsburgischen St. Ulrich-Stift abgehalten wurde, unter dem Motto: „Charismatisches Christentum“. Was bedeutet Charismatisches Christentum? Was für eine Herausforderung stellen diese Gruppen und Bewegungen für die christliche Ökumene dar, etwa mit ihren besonderen Praktiken von Heilungshandlungen oder Zungenreden? Diesen und weiteren Fragen widmete sich die diesjährige Konferenz.
Im Einführungsvortrag von Prof. Peter Zimmerling wurde insbesondere auf die Möglichkeit für Charismatische Bewegungen verwiesen, die von ihnen hervorgehobenen Charismen nicht nur vom Wirken des heiligen Geistes her zu verstehen, sondern trinitarisch auch in Schöpfungslehre und Kreuzestheologie zu verorten, also etwa bei allem Lobpreis-Handeln auch der Klage im Gottesdienst Raum zu geben. Am Freitag nachmittag trafen sich die Delegierten in Workshops mit Leitern charismatisch-pfingstlicher Gemeinden aus Augsburg und München, um mit ihnen über ihre Überzeugungen und konkrete Gemeindearbeit zu sprechen. Am Abend wurde traditionell ein  gemeinsamer Gottesdienst gefeiert, diesmal in der frisch renovierten St. Moritzkirche, die mit beinah „reformierter“ Schlichtheit beeindruckte. Ein ökumenischer Projektghospelchor „begeisterte“ dabei die Delegierten mit seinen mitreißenden Liedern.
Am nächsten Morgen begann die Berichtsphase der Delegiertenkonferenz der ACK Bayern:
Der Geschäftsführer Georgios Vlantis berichtete von der Arbeit der verschiedenen ökumenischen Projekte, unter anderem von der Projektgruppe "Junge ACK":  bei dem 30 junge Leute aus 10 Konfessionen ein Begegnungswochenende miteinander gestalteten.
Im weiteren Verlauf des Vormittages deutete die Soziologin  Dr. Hilke Rebenstorf vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD charismatische Erfahrungen vor allem als Beziehungsgeschehen: Menschen erfahren sich „heilsam“ geborgen in der Gemeinschaft  „glaubens-begeisterter“ und ihnen zugewandter Personen oder Gruppen. Der kirchliche Weltanschauungsbeauftragte Dr. Jürgen Lohmeyer richtete den Blick auf problematische „Heils- und Heilungsversprechende“ Persönlichkeiten.
Am Nachmittag beschrieb der theologische Autor und ehemalige Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden Pastor Siegfried Großmann  Anfänge der charismatischen Bewegung in den 60er Jahren in seiner eigenen baptistischen Kirche und in den Volkskirchen. Seine persönlichen ökumenische Erfahrungen im ökumenischen Zentrum Craheim beschrieb er als Ermutigung, sich von den jeweiligen Stärken etwa traditioneller Liturgie in Verbindung mit spontanen charismatischen Gebets-Elementen bereichern zu lassen. Charismatische Handlungen als Sensationgeschehen sah Großmann kritisch und betonte stattdessen die „alltäglichen“ von Paulus benannten Charismen etwa der Fürsorge und des Teilens. Und er regte dazu an, das Wunder der vielstimmigen Pfingst-Verständigung auch als besonderes Charisma der Ökumene zu begreifen: die Christen in ihrer vielfältigen Verschiedenheit können nicht mehr ohne einander Christen sein. Eine Suche nach „Glinus“ („Gläubig in unserem Sinne“: aus einem Buch von Dieter Theobald) kann nicht dem heiligen Geist entsprechen. Nach einem Feedback wurde die Delegiertenkonferenz mit einem Reisesegen entlassen.
 
 Die vollständigen Vorträge von S. Großmann und H. Rebenstorf sind weiter unten als pdf nachzulesen.