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Verfahren gegen ehemaligen Rechner wird eröffnet
Anklageschrift benennt zahlreiche mutmaßliche Straftaten
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Das Justizgebäude in Nürnberg, in dem auch das Oberlandesgericht untergebracht ist. |
Im September hat die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen abgeschlossen und eine Anklageschrift gegen Günther Hetschko verfasst. Ein Termin für die erste Verhandlung ist noch nicht veröffentlicht.
Aus zwei Presseartikeln in Nürnberger Zeitungen konnte die Öffentlichkeit davon erfahren, dass bald ein Gerichtsverfahren eröffnet würde. Auf Nachfrage hat das Moderamen der Ev.-ref. Kirche in Bayern inzwischen ein Exemplar der Klageschrift erhalten – mit der Auflage allerdings, den Wortlaut der insgesamt 66 Seiten nicht weiterzugeben. Dies dient dem Schutz des Angeklagten vor einer Vorverurteilung. Deshalb hier nur eine Darstellung in Grundzügen:
Bisher war Hetschko im Wesentlichen mit zwei Firmen in Verbindung gebracht worden, nämlich mit der Firma Technotherm, die ja sogar in den Jahresabschlüssen unserer Kirche vorkommt und deren Geschäfte auf der Synode 2005 in Bayreuth öffentlich diskutiert wurden. Die zweite war die MESA 2000, deren Geschäftsführer Hetschko war. In der Klageschrift sind nun noch fünf weitere Firmen genannt, mit denen Hetschko und die untereinander in Geschäftsbeziehungen standen und in die direkt oder indirekt kirchliches Geld geflossen ist.
In einem ersten Durchgang werden diese Firmen beschrieben – hinsichtlich ihrer Gesellschafterkonstellationen und ihrer Geschäftstätigkeiten. An den Firmen war Hetschko jeweils beteiligt oder alleiniger Gesellschafter. Es handelt sich um Firmen in Deutschland, in der Türkei sowie auf den Virgin Islands. Diese Firmen bilden ein Netzwerk von Herstellungs- Vertriebs- und Finanzierungsgesellschaften, die zum Zeitpunkt der Ermittlungen allerdings zum Teil bereits inaktiv waren.
Im Weiteren werden die einzelnen Geldflüsse in der Klageschrift aufgeführt und zum Teil auch genauer beleuchtet. Es wird in ausnahmslos allen Fällen aber auch die Aussichtslosigkeit deutlich, irgendeinen Betrag aus diesen Geschäften wieder zurückerhalten zu können.
Von der Staatsanwaltschaft wird die Untreue Hetschkos als besonders schwer eingestuft. Das wird unter anderem damit begründet, dass der Kirche ein nachhaltiger und folgenschwerer Nachteil entstanden ist und dass die Aussichten auf eine Rückführung von vorneherein nie bestanden haben. Die Darlehen dienten fast ausschließlich dazu, Löcher zu stopfen. Den „Investitionen“ in Projekte standen keine vernünftigen Konzepte gegenüber, die eine Aussicht auf Erfolg hätten versprechen können.
Die Staatsanwaltschaft hat das Bestreben, einen Fall nach Möglichkeit zu konzentrieren. Das hat zur Folge, dass einzelne Anschuldigungen als untergeordnet bewertet werden und wegen vergleichsweiser Geringfügigkeit eingestellt werden. So ist das in diesem Fall mit einzelnen Geldflüssen – zusammengenommen doch immerhin in der Höhe von 490.000 Euro – und den verschiedenen Unterschriftsfälschungen. Hetschko hat mutmaßlich mehrfach die Unterschrift von Pfarrer Metten gefälscht, einmal die von Pfarrer Dusse und zweimal die vom damaligen Mitglied des Synodalausschusses Herrn Hetzke. Die vermeintlichen Fälschungen sind in der Klageschrift alle aufgeführt und erläutert, werden aber strafrechtlich nicht weiter verfolgt.
Georg Rieger
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Ehemaliger Rechner wegen Untreue in 61 Fällen verurteilt
Das Landgericht Nürnberg-Fürth setzt das Strafmaß auf sechs Jahre fest. In der Urteilsbegründung hat der Richter den Bruch in der Karriere des bis 2004 erfolgreichen Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers beschrieben. Das uneingeschränkte Vertrauen und die unzureichenden Kontrollen habe er sich zunutze machen können. |
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Bericht über den Stand der Aufklärung des Finanzskandals
in der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern von Georg Rieger - vorgetragen vor der Synode der Ev.-ref. Kirche in Bayern am 17. Oktober 2008 in München |
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Warten auf Anklageerhebung
Sachstandsbericht über Finanzskandal Nach unbestätigten Berichten wird die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft in absehbarer Zeit fertig. Darüber, ob aus dieser neue Erkenntnisse zu erwarten sind, gibt es jedoch keine Hinweise. |
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Prozess steht bevor
Nürnberger Zeitungen melden Einzelheiten aus der Anklageschrift Die beiden großen Nürnberger Tageszeitungen Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung berichteten in der zweiten Septemberwoche über den Fall Hetschko. |
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