Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern
Tel. 0911 - 20 95 02

>>> Mehr Informationen

>>> Mail schicken

>>> Newsletter bestellen
 
 

Prozess beginnt mit Geständnis

Erster Verhandlungstag in Nürnberg wegen Veruntreuung von Kirchenvermögen

- -
   
Das Gerichtsgebäude in Nürnberg - bekannt durch den Schwurgerichtssaal, in dem die 'Nürnberger Prozesse' stattfanden.

Der ehemalige Rechner der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern gibt die Überschreitung von Kompetenzen zu. Er habe aber immer mit der Absicht gehandelt, das Vermögen der Kirche zu mehren. Vorgeworfen wird ihm die Veruntreuung von mindestens 7,6 Millionen.

Laut Beobachtern und einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR aktuell) hat der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Günther Hetschko zum Auftakt des Prozesses ein teilweises Geständnis abgelegt. Er schilderte auf sehr persönliche Weise seine Kindheit und Jugend und seine enge Verbindung zur reformierten Kirchengemeinde. Aus Dankbarkeit habe er seine berufliche Erfahrung der Kirche zur Verfügung gestellt und im Laufe seiner Rechnertätigkeit seit 1980 durch seine Anlagestrategie insgesamt 20 Millionen erwirtschaftet, so Hetschko.

In einer vorbereiteten Erklärung gestand er ein, seine Kompetenzen überschritten, gegen Regeln verstoßen und Vertrauen mißbraucht zu haben. Er entschuldigte sich hierfür ausdrücklich bei der Kirche, den Mitarbeitern und den Gläubigen. Nährere Angaben wollte der Angeklagte zunächst nicht machen. Seine Verteidigerin verwies in diesem Zusammenhang auf die lange und schwere Krankheit ihres Mandanten und die kurze Vorbereitungszeit auf den Prozess. Der vorsitzende Richter Dieter Weidlich bestand auf einer ausführlichen Aussage am Montag, den 14. Dezember.

Zu Beginn der Verhandlung hatte die Staatsanwältin Sina Eichentopf die 66-seitige Anklageschrift verlesen. Der verursachte Schaden für die Kirche belaufe sich auf mindestens 7,6 Millionen. Eichentopf zählte insgesamt 66 Fälle der Veruntreuung auf. Die Gelder seien ausnahmslos in nicht aussichtsreiche Geschäft geflossen oder zum Ausgleich von Schulden verwendet worden.

Der Prozess wird am Mittwoch, den 9. Dezember, um 10.00 Uhr mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt. Weitere Verhandlungstermine sind am 14., 15., 16. und 21. Dezember - jeweils um 9.00 Uhr im Sitzungssaal 144 im Nürnberger Gerichtsgebäude an der Fürther Str. 112.

Georg Rieger

Mehr Informationen und Stellungnahmen unter www.reformiert-bayern.de

 

Nach oben   Impressum   Interner Bereich