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Synodalausschuss stimmt Vergleich mit Banken und Firmen zu
Der Finanzskandal von 2008 ist weiter Thema
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Die Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern erhält einen Teil ihres verlorenen Vermögens zurück. Dabei handelt es sich um Beträge, die der ehemalige Rechner Günther Hetschko als Sicherheiten für Kredite eingesetzt hatte.
In einem Fall hat die Kirche den größten Teil einer solchen Bürgschaft, nämlich 500.000 Euro, bereits wiederbekommen. Weitere bereits gepfändete 400.000 Euro sowie weitere 100.000 Euro werden nicht von der Bank, sondern von der damals begünstigten Firma in monatlichen Raten zurückbezahlt.
Mit einer weiteren Firma, die über Hetschko insgesamt 2,67 Millionen als Darlehen bekommen hatte, ist die einmalige Zahlung von 100.000 Euro vereinbart. Zugunsten der in den vergangenen zwei Jahren mühsam verhandelten Gesamtlösung hatte sich die Kirche bereit erklärt, auf weitere Ansprüche zu verzichten.
Jahrelangen Rechtsstreit vermieden
Das Verhandlungsergebnis war durchaus umstritten. Eine andere Möglichkeit wäre die gerichtliche Klage gegen alle Beteiligten gewesen. Eine solche Klage ließ jedoch aus finanzieller Sicht kein besseres Ergebnis erwarten und hätte zudem das Risiko eines Totalverlustes und eines jahrelangen Rechtsstreits bedeutet. Vor der endgültigen Entscheidung zugunsten der ausgehandelten Lösung hatte der von der Kirche beauftragte Anwalt den Synodalausschuss ausführlich informiert und die verschiedenen Optionen erläutert.
Letztlich billigte der Synodalausschuss die Lösung mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Auch der Rechnungsprüfungsausschuss, der bei dem Tagesordnungspunkt als Gast eingeladen war, signalisierte sein Einverständnis. Das Moderamen der Landeskirche hatte dem Kompromiss bereits vorab zugestimmt.
Schulden müssen bedient werden
Wenn die im Zuge des Kompromisses vereinbarten Zahlungen wie vereinbart erfolgen, wird die Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern in den nächsten Jahren insgesamt 1,1 Millionen sowie Zinsen zurückbekommen. Weitere 225.000 Euro hatte die Kirche bereits Anfang des Jahres aus einer Vermögensschadensversicherung erhalten. Ein großer Teil des wiedererlangten Vermögens muss nach Auskunft des Rechners Peter Sommerfeld zunächst für jahrelang überfällige Umlagezahlungen an die Landeskirche und versäumte Rückstellungen in die Alterversorgung der Pfarrerinnen und Pfarrer verwendet werden. Es könne nun aber auch schon mit der Bildung notwendiger Rücklagen begonnen werden.
Ob über den gefundenen Kompromiss hinaus noch weitere Gelder zurückgeführt werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unsicher. In enger Zusammenarbeit mit der Landeskirche und einer renommierten Wirtschaftkanzlei werden weitere Ansprüche unserer Kirche gegen beteiligte Firmen, Personen und Banken überprüft. Die Millionenbeträge, die in Hetschkos eigene Firma und die geplanten Müllverbrennungsprojekte geflossen sind, scheinen jedoch in jedem Fall unwiederbringlich verloren.
Georg Rieger


