Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern
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Die Reformierten in Bayern werden weniger

Wenige Austritte, aber Verluste durch Wegzüge

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Der rückläufige Trend macht auch vor der reformierten Kirche nicht Halt: Die Mitgliederzahlen in den reformierten Gemeinden in Süddeutschland gehen zurück.

In den letzten fünf Jahren, also zwischen 2004 und 2009, verringerte sich die Größe des Synodalverbandes XI (Bayern, Leipzig, Chemnitz und Stuttgart) von 11.700 auf nunmehr deutlich unter 11.000 Mitglieder. 1999 hatte der Synodalverband sogar noch fast 13.000 gezählt. Allerdings brachte in den darauffolgenden Jahren die EDV-Umstellung und der Abgleich der Mitgliederkarteien eine lange verschleppte „Bereinigung“ mit sich.

Die Verluste sind nach der Überzeugung aller Gemeindevertreter vor allem auf die mangelnde Erfassung von nach Bayern zugezogenen Reformierten, also das mangelhafte Meldewesen, zurückzuführen. Außerdem geben insbesondere die Kirchengemeinden in den Städten an, dass sich zahlreiche Gläubige zu ihnen halten, aber Mitglieder der lutherischen oder der katholischen Kirche bleiben.

Die Rückgänge sind in den Gemeinden relativ gleich verteilt. Starke Verluste sind in Stuttgart zu verzeichnen, deutliche in Nürnberg, Leipzig, Bad Grönenbach, Marienheim und zuletzt auch in Erlangen. Stabil und sogar leicht steigend sind Bayreuth, Chemnitz und Schwabach. Von dem Datenabgleich profitiert haben die beiden deutschsprachigen Gemeinden in München – besonders München II. Die ungarischsprachige Gemeinde München III zählt nach einem Neuaufbau der Mitgliederkartei schon wieder fast 400 Mitglieder.

Bemerkenswert ist, dass es in nahezu allen Kirchengemeinden des Synodalverbandes mehr Ein- und Übertritte als Austritte gibt. In einigen Kirchengemeinden sind gegen den Trend auch mehr Taufen als Sterbefälle zu verzeichnen.

Auf der lutherischen Seite gibt es in Bayern rund 2,6 Millionen Kirchenmitglieder und 1540 Gemeinden. Im Bundesdurchschnitt sind die Evangelischen in Bayern eine der stabilsten Landeskirchen. Durch Zuzug gewinnt die Lutherische Kirche in Bayern in manchen Jahren sogar Mitglieder dazu. Seit 2003 hat sie allerdings auch 6 Prozent verloren. Aktuell sind im Sog der katholischen Austrittswelle nach den Missbrauchsfällen auch in den evangelischen Kirchen die Austrittszahlen höher. Die Erfahrung zeigt aber, dass solche Anlässe von Austrittswilligen genutzt werden und sich die Zahlen über längere Zeit gesehen wieder ausgleichen.

Die Evangelisch-reformierte Kirche hatte zum Ende des vorletzten Jahres 182.884 Mitglieder. 488 davon sind im Lauf des Jahres 2008 dazu gekommen – sei es durch Übertritt, Erwachsenentaufe oder Wiedereintritt. Dem stehen allerdings 749 Austritte gegenüber. Dieses Verhältnis ist zwar negativ, im EKD-Vergleich aber ein Spitzenplatz. Fast alle anderen Kirchen haben 3- bis 5-mal mehr Austritte als Eintritte.

Georg Rieger

Die Tabelle der Gemeinde-Mitgliederzahlen der letzten zehn Jahre

 

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