Sorge um Entwicklung der Mitgliederzahlen

Bericht von der Gesamsynode in Emden

Vizepräsident Dr. Johann Weusmann bei seiner Einbringungsrede. Links von ihm Kirchenpräsident Jann Schmidt, rechts Präses Garrelt Duin (Foto: Rieger)

Vizepräsident bringt "unspektakulären" Haushaltsplan ein. Neue Zuweisung wird fast ausschließlich an Mitgliederzahl orientiert. Synode beschließt verpflichtende Fortbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Johannes a Lasco Bibliothek ist gerettet. Schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter. Kirche ändert ihren Namen.

Die Gesamtsynode hat von 12. bis 13. November in Emden getagt. Auf der Tagesordnung standen zahlreiche Berichte, ein Grundsatzreferat von Oberkirchenrat Thies Gundlach von der EKD und die Verabschiedung des Haushalts. Vizepräsident Dr. Johann Weusmann brachte die geplanten Ausgaben und Einnahmen für 2010 ein und gab sich insgesamt zufrieden. Es sei gelungen, ohne weitere Kürzungen auszukommen. Damit sei es möglich, auch wieder weniger über Geld zu reden, was der Kirche gut tue. Weusmann zitierte in diesem Zusammenhang Calvin mit den Worten: "Gott wird seiner Macht beraubt, wo das Geld regiert"

Als Sorge im Blick auf die Zukunft nannte Weusmann die Mitgliederentwicklung. Die Zahl der Taufen ginge dramatisch zurück. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, plant das Landeskirchenamt die Zuweisungsordnung zu ändern. Künftig sollen die Gemeinden ihren Anteil an der Kirchensteuer "fast ausschließlich an der Mitgliederzahl der Gemeinden orientiert" bekommen.

Erfreulich sei, dass im Haushalt für 2010 nach vielen Jahren der Sparsamkeit wieder ein nennenswerter Betrag für Baumaßnahmen eingestellt sei. Damit könnten längst fällige Sanierungsarbeiten angegangen werden.

Weil ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht anhängig ist, muss die Kirche eine hohe, sogenannte "Alimentationsrücklage" bilden. Sollte die Streichung des Weihnachtsgeldes für die Pfarrerinnen und Pfarrer für unzulässig erklärt werden, kommt auf die Landeskirche jährlich ein Millionenbetrag als zusätzliche Belastung zu.

Bereits zu Anfang der Synode hatte das Moderamen über die Situation der Johannes a Lasco Bibliothek berichtet. Das Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gab für die Kirchenleitung Anlass, die Vorwürfe gegen den ehemaligen Vorstand der Stiftung Dr. Walter Schulz zu konretisieren. >>>hier ein Bericht unter reformiert-info.de.

Dank der Zustiftung der EKD und einzelner - auch lutherischer - Landeskirchen wird die Bibliothek Anfang 2010 den Betrieb wieder aufnehmen. In den kommenden Monaten soll eine neue Leitungsstruktur eingesetzt werden. Das Stiftungskapital wird künftig von der EKD verwaltet und in ihrem Bestand garantiert.

Die Gesamtsynode hat in einer Absichtserklärung beschlossen, den Namen der Landeskirche zu ändern. Der Zusatz "Synode ev.-ref. Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland", der hinter "Evangelisch-reformierte Kirche" in Klammern eingefügt war, soll wegfallen. In der Praxis habe sich gezeigt, dass ein so langer und komplizierter Name nicht wirklich verwendet werde. Außerdem sei die Bezeichnung sachlich falsch. Es gebe sowohl Gemeinden im Norden außerhalb Norwestdeutschlands als auch im Süden außerhalb Bayerns. Der Wegfall der Klammer sei von der einzigen anderen reformierten Kirche, der Lippischen Landeskirche, akzeptiert worden. Auch der Bund Reformierter Gemeinden, der einige frei reformierte Gemeinden vertritt, sah keinen Anlass zum Protest.